Donnerstag Abend war zum dritten Mal Notenbekanntgabe nach den Semesterprüfungen und ich wusste ja bereits, dass ich diesmal wenig gelernt und den Kopf voll mit meinen Praktikumssorgen hatte. So sieht auch das Ergebnis aus. Ich habe dieses Semester sehr enttäuschend abgeschnitten und bin in zwei Klausuren durchgefallen: Wirtschaftsinformatik (um 2 verdammte Punkte!!!) und Finanzierung & Investitionen. Ich denke dies war mir im Bezug auf Faulheit eine Lehre, denn ich bin zuvor noch nie irgendwo durchgefallen. Und für das Ego ist es nicht sehr gut. Tja nach ein paar Tränen schäme ich mich noch immer für mein Versagen, aber gut ich schreibe sie im 5ten Semester erneut und bestehe sie dann bombastisch. Rational betrachtet, ist das sogar vermutlich besser, als sie nun mit 4,0 bestanden zu haben.
Freitag war ich dann bei der Klausureinsicht in Wirtschaftsinformatik, da ich eigentlich dachte es wäre mir gut gegangen und ich schon sehen wollte wie ich da durchfallen konnte. Ich sag mal so, man hätte mir die zwei Punkte zum bestehen geben können, hätte der Dozent mich bestehen lassen wollen. Die meisten Punkte habe ich aufgrund unbeholfener Formulierungen verloren. Statt zu schreiben, dass DataWarehouses frei von Redundanzen sind schrieb ich dummer weiße nur, dass sie fehlerfrei sind. Ja das mag falsch sein, das Ärgerliche für mich ist nur, dass ich weiß das ich das richtige meinte. Naja aber wie gesagt… beim nächsten Mal mache ich es besser.
Das eigentliche “Highlight” war die Prüfungsansicht selber. Es war logischer Weise meine erste im Leben und ich betrat also das Büro und wünschte artig einen guten Tag. Der Dozent klatschte mir meine Klausur hin auf der schmerlicher Weise eine fette rote 5 prangte, da er sich nicht mal die Mühe gemacht hatte, die exakte Note auszurechnen, als ersichtlich war, dass sie schlechter als 4,0 war. Daneben donnerte er die Musterlösung – handgeschrieben. Leider kann ich die Handschrift des Dozenten nicht lesen und nur sehr vereizelt erraten. Zu dem war mir irgendwie nicht klar, wie ich beim Nennen von 16 Eigenschaften mit einer Gesamtpunktzahl von 8 Punkten auf die Aufgabe zwei abgezogen bekommen konnte, weil ich einen Punkt nicht ganz ausformuliert hatte. Also ich nachfragte, wie die Punkteverteilung innerhalb der Aufgabe sei brummte der Dozent ein “Gleich” und tippselte weiter auf seinem Handy rum, sah kurz darauf auf und grummelte “Sehen Sie halt in die Musterlösung”. Das war der Punkt an dem ich wirklich etwas grantig wurde. Ich sagte ihm, dass ich die Musterlösung nicht verstehe, denn ich würde nicht fragen, wenn es so ersichtlich wäre. Daraufhin spielte der Dozent weiter mit seinem (neuen) Smartphone und ignorierte mich. Ich wiederholte meine Frage, denn es könnte ja sein, dass er mich wirklich nicht gehört hatte. Wieder keine Reaktion. Er sah nicht mal auf. Frechheit. Wütend faltete ich meine Arbeit zusammen und gab sie ihm zurück, so hätte die Einsicht wenig Sinn.
Ich war so sauer, dass ich zu keiner weiteren Einsicht gegangen bin. Ich bin noch immer empört über den Dozenten und seiner Vorstellung von einer qualitativ guten Noteneinsicht. Es waren nur knapp 8 Leute da, die in seinem Fach ihre Klausuren sehen wollten und er hatte Sprechzeit von 9-11 Uhr. Ich hätte es für selbstverständlich gehalten, dass man gerade jenen die nicht bestanden haben ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenkt und kurz die Klausur durchspricht und nicht eine Musterlösung hinlegt. Das mag ja in Mathe ganz ok sein, wo es nur ein richtiges Ergebnis gibt und ggf nur einen Rechenweg, aber in einem Klausur wo es viel an Formulierungen liegt hilft einem so eine Musterlösung sehr wenig, denn wer hat schon den exakten Wortlaut des Dozenten. Und wenn er sich schon freiwillig keine Mühe macht, könnte man doch eine Antwort auf eine Frage erwarten. Ich bin noch imemr sauer wenn ich zurück denke und überlege noch mich beim Dekan über den Dozenten zu beschweren.
Auf jeden Fall bin ich danach Frustshoppen zu Douglas. Ich wollte eigentlich nichts bestimmtes. Nur ein wenig gucken und die neusten Parfumes austesten. Zum Leidwesen meines Geldbeutels habe ich dann die Produktlinie Soap & Glory entdeckt und war von dem Pin-Up-Design ganz hin und weg gerissen.
Ich entschied mich nach langem hin und her für ein Körperpeeling Flake Away und ein Duschbad Clean Girls. Ich hätte gerne alles gekauft, aber die Preise sind schon sehr hoch für den Studentengeldbeutel.
Nur wenige Meter weiter stand dann mein Verderben in Form von 13,5ml Glasfläschchen gefüllt mit 70 verschiedenen Lacken in allen erdenklichen Nuancen, so fein abgestuft, das ich Probleme hatte den direkten Unterschied zwischen Farbe 30 und Farbe 31 zu erkennen.
Seit Jahren wollte ich einen ESSIE-Nagellack und es war bisher mein Glück, dass ich fast nie Douglas-Filialen betrete und dass ich bisher nie einen Nagellack für 8€ gekauft hätte. Bisher. Doch nun war es um mich geschehen und hätte ich so viel Geld gehabt, so schwöre ich bei Gott hätte ich alle Farben gekauft. Doch ich musste mich entscheiden. Ich dachte ich würde 2 nehmen, etwas rotes und etwas graues oder doch vll war türkises oder was pastellfarbenes… Ich endete mit 4 Farblacken in den Nuancen 9Vanity Fairest, 72 Peach Daiquiri, 75 Smoking Hot und 91 Midnight Cami sowie einem Unterlack für trockene und brüchige Nägel Nourish Me und last but not least einem schnelltrocknendem Überlack good to go.
Japp, ich sage es mal so. Die Verkäuferin hatte mich sehr liebt. Ich glaube die Damen bei Douglas sind auf Provisionsbasis angestellt.
Gerade trage ich Smoking Hot und auf den Ringfingern Peach Daiquiri und kann behaupten, dass die Farben Haushaltsarbeiten wie Wischen und abspülen überstehen und super decken. Etwas gewöhnungsbedürftig ist jedoch der voluminöse Pinsel.
Japp, japp, japp. Nun bin ich eigentlich etwas aufgeregt wenn ich an Montag denke – Praktikumsbeginn. Ich hoffe ich stelle mich gut an und lerne schnell. Es ist ein komisches Gefühl, denn ich werde seit Jahren das erste Mal wieder einen Bereich kennen lernen von dem ich wirklich 0,00 Ahnung habe. Aber ein klein wenig froh bin ich. Ich muss nicht so viel Theorie verinnerlichen und habe vielleicht etwas Zeit mein Jahr so zu gestalten, wie ich schon die letzen gestalten wollte.Also sportliche Herausforderung nehme ich, dass das Büro im 5ten Stock liegt und der Aufzug furchtbar klein und langsam ist. Vielleicht schaffe ich es jeden Tag die Treppen zu nehmen und am Ende des Praktikums dabei keinen Astma-Anfall mehr zu bekommen.
Ansonten darf ich freudig verkünden, dass ich soweit nichts unerwartetes mehr geschieht Pfingsten das erste Mal niederländischen Boden unter den Füßen haben werde und das Pfingsspektakel auf Kasteel Hoensbroek besuchen werde um Ganayan, Maugrause, den Tanzmeister und Feuerlara wieder zu sehen. <3 Denn leider, leider, leider wird das Eynevolk dieses Jahr nicht mehr auf Wacken vertreten sein, so dass ich sie nicht dort besuchen kann.
Es schmerzt mich ein wenig, das mit Wacken, denn ich habe gerade gelesen, dass Schandmaul auftreten wird und die hätte ich ja schon sehr, sehr, sehr, sehr, sehr gerne gesehen. Die Veranstalter müssen ihren Verstand, ihr Vermögen oder ihren guten Geschmack verloren haben, um das Eynevolk nicht erneut einzuladen…
Und nun fällt mir nicht mehr ein was ich sonst noch schreiben wollte. Na gut, dann eben bis hier hin und nicht weiter.
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