Meine Beziehung zu Daniel entwickelte sich vermutlich ganz normal. Ich war fast ununterbrochen bei ihm, was aber keinen von uns wirklich störte. Morgens fuhren wir mit dem selben Schulbus zur Schule und trennten uns nur von 8 bis 13 Uhr, weil wir auf unterschiedliche Schulen gingen. Mit im Bus fuhr Sina. Sie war ein oder zwei Jahre jünger wie ich und hatte plattes, “bob-langes”, rotes Haar und eigentlich immer nett zu mir. Sie war bis auf Anke und die anderen Mädchen aus meiner Klasse die einzige weibliche Bekannte die ichWeiterlesen→
Während ich viel Zeit damit verbrachte zu Lernen oder mir die Arme aufzuritzen hatten meine neuen Freunde begonnen ein Baumhaus zu bauen. Nachts schlichen sie auf die Baustellen in der Umgebung und klauten Bretter und Nägel. Ich meidete diese nächtlichen Ausflüge, da ich viel zu viel Angst hatte erwischt zu werden. Nur einmal war ich mit von der Partie. Ich stand an den Bauzaun gedrückt und hielt Schmiere. Die furchtbarsten 15 Minuten meines jungen Lebens, obwohl ich nicht mal eine streunende Katze gesehen hatte. Zwischen einer kleinen Ansammlung an BäumenWeiterlesen→
Montagmorgen nach meiner ersten Party. Einer dieser Tage, die man gut und gerne aus dem Kalender streichen kann. Die Tatsache, dass ich mich an kaum mehr etwas erinnern konnte, bis auf den Mini-Strip und den Geschmack von Vodka trübte den Tag schon, ehe der Wecker klingelte. So schnell war der gute Ruf dahin bzw der Ruf der Neuen entstanden. Bezwitschertes Luder oder strippende Schnapsdrossel. Wie man es auch nehmen wollte, von nun an war mein Leben ruiniert. Was sind die längsten Teenage-Jahre mit einem Ruf, der nicht mal dazu dienlichWeiterlesen→
Jeans und Tshirt mussten für meine erste Party reichen – ein besseres Outfit gab mein Kleiderschrank im zarten Alter von 13 nicht her. Meine Mutter fuhr mich zu Sophie wo bereits fast die ganze Klasse anwesend war. Im Wohnzimmer liefen die Backstreet Boys und neben Knabberreien wie Chips gab es Cola und Limo. Das war zumindest der erste Eindruck. Sobald alle da waren – alle bis auf meine Tischnachbarin – gingen wir in den Keller. Sophies Eltern waren nicht da. Sturmfrei. Und im Keller war nichts vom Kinder-Geburtstags-Flair. Unbezogene MatratzenWeiterlesen→
Mitte September fing die Schule wieder an und ich kam in die 8te Klasse des örtlichen Gymnasiums. Meine neuen Freunde besuchten fast alle die Knabenrealschule, die nur einige Häuser weiter stand. Aber unfreiwillig sag ich mich erneut mit neuen Menschen konfrontiert und zu allem Überfluss noch einem Schulhaus, welches aus unendlich vielen Winkeln und Gängen bestand. Es war trist grau und blanke Betonwände umgaben uns. Die Toiletten waren alt und verschlissen. Die Türen mit Edding verschmiert. Diverse Reime (Love is a Name, Sex is a Game, Forget the Name andWeiterlesen→
Wir verbrachten viel Zeit mit seinen Freunden, die auch mit der Zeit meine Freunde wurden. Meisten standen oder saßen wir mit unseren Fahrrädern (später mit den Rollern und noch später mit unseren Autos) an der Bushaltestelle, welche meinem Haus am nächsten war und mein Haus von Daniels trennte. In unserem Alter war es schwer eine “Bleibe” zu finden. Mit 13/14 Jahren ist man zu alt für den Spielplatz und zu jung für Kneipen, Lokale und Bars. Es gab zwar ein Jugendzentrum (JUZ) in der Stadt, aber das war voll mit Ausländern. Wenn manWeiterlesen→
Die nächsten Tage und Wochen vergingen. Meine Eltern waren durchaus erfreut darüber, dass meine PC-Zeiten kürzer wurden und ich regelmässig die Tage mit den anderen draussen an der frischen Luft verbrachte. Daniels Drang mir Nahe zu sein riss nicht ab und meine Mutter teilte mir eines Tages beim Kochen mit, was eigentlich offensichtlich war. Der junge Mann war verliebt in mich. Eine grauenvoll Vorstellung. Ich war völlig überrumpelt und wusste nicht recht, was ich damit anfangen sollte. Ich war nicht verliebt. Zumindest glaubte ich das. Keine Schmetterlinge, nicht das BedürfnissWeiterlesen→
Silvio kam nicht. Er hatte mich versetzt. Zwei Stunden stand ich aufgeregt und fast freudig wartend an der Bushaltestelle, an der wir uns verabredet hatten. Ich wusste nicht wo er wohnte und ich hatte auch nicht daran gedacht, ihn nach seiner Handynummer zu fragen. Sowieso war das Handy ein ganz neues Terrain für mich. In den Staaten hatte kein Teenager ein Handy. Damals zumindest. Meine Eltern bestanden aber darauf, dass ich eins hatte. In Deutschland wäre es gefährlich und ich nicht mehr so behütet in unserem Garten. Da müsste ichWeiterlesen→