Mittwoch Nacht kam mein Liebster, mit einer Verspätung von 2,5 Stunden bei mir an. Das lange Wochenende hat allem Anschein nach viele der Deutschen auf die Straßen gelockt, um in die Ferne zu reisen, oder wenigstens die lieben Verwandten zu besuchen. Also sind wir vollkommen unspekatkulär, müde von einem langen Tag in die Federn gefallen. Guter Sex benötigt eben nicht viel Tamtam.
Nach einer viel zu kurzen Nacht wie mir schien, klingelte um 7 Uhr mein Wecker. Feiertag hin oder her – ich musste in die Arbeit. Ein Kinder-Erlebnis-Land wartete auf meine Arbeitskraft. Und Kraft – so glaub mir Gott – war mehr gefordert denn je. Ich fasse mich kurz, denn das Ausmaß dieser biblischen Heuschreckenplage, kann nicht in Worte gefasst werden, die diesem Ausnahmezustand gerecht werden würden. Die Hoffnung, aufgrund zu wenig Kundschaft frühzeitig heim geschickt zu werden war dumm. Bereits 20 Minuten vor Öffnung hatten knapp 10 Familien die Spiel-Halle mit Kriegsgebrüll erobert. Und eine Stunde nach Öffnung musste mein Göttergatte mir und meiner Kollegin zur Hand gehen, damit wir diesen Tag überhaupt überstehen konnten . 4 Mitarbeiter sind auf Abruf zu unserer Rettung geeilt, und trotzdem sind wir chancenlos untergegangen. Wir haben an diesem Tag alle Rekorde um das Doppelte gesprengt: Umsatz und Besucher. Wie müde und erschöpft wir waren, wie sehr uns unsere Füße geschmerzt haben und wie krumm unsere Rücken waren, das muss ich vermutlich nicht extra erwähnen. Zuhause habe ich “Robots” von Pixar und “Bones die Knochenjägerin” der Zweisamkeit mit meinem Liebsten vorgezogen. Aber mein Sonnenschein überzeugte mich mit schlagkräftigen Argumenten, dass man nicht zu müde sein kann für Bettakrobatik.
Der heutige Tag war wunderbar. Ich habe bis halb 9 ausgeschlafen. Flunky ist um halb 10 aus dem Bett gekrochen, aber nur weil ich schon auf war. Nach einer warmen Dusche und mit frisch geputzten Zähnen ist das Leben schon bedeutend besser, als verschwitzt und nach Fritteusen-Fett stinkend. Zum Frühstück gab es Rühreier mit Pilzen und Speck und ein Glas kalte Milch. Gegen 11 sind wir dann zum Baumarkt gefahren. Eigentlich suchten wir einen Ring für mein Halsband. Ich sage eigentlich, weil wir keinen passenden gefunden haben. Dafür konnte ich meinen Mann dazu zwingen (tominand und so) Fische, Ratten und Hamster zu beschauen. Wir hatten eine kleine Auseinandersetzung über Haustiere – ich will welche und er sieht in ihnen nur sinnlose Arbeit. Das hat man davon, wenn Eltern ihren Kindern keinen Goldfisch kaufen. Wir haben uns aber geeinigt – wenn liebt er mich mit meinen Hunden oder gar nicht. Ich liebe Kompromisse.
Um 1 haben wir uns dann mit meiner besten Freundin getroffen, um in meiner Heimatstadt einen Mittelaltermarkt zu besuchen. Der Gelände-Eintritt lag bei 5 Euro. Das Gelände ist der Festplatz der Stadt, auf dem, am Ende des Sommers, das Volkfest statt findet. Was die Händler angeht, viele davon kannte ich schon vom letzten Markt. Dieses Mal habe ich mir eine Überraschungstüte und ein Schellenband gekauft, Karamell und orientalische Naschereien und zum “Mittagessen” eine saftige Makarele als Steckerlfisch und wunderbar, erfrischendes Metbier.
Auf dem Heimweg, haben wir einen kurzen Umweg über die Stadt eingelegt und Wolle gekauft. Ich habe rosane und weiße mit rosa Sprenkeln gekauft, sowie schwarze und beige für das Fingerloopen. Übung macht den Meister. Ich zeig euch bei Zeiten meine Ergebnisse.
Den restlichen Abend, haben wir zu zweit auf einer Decke in der nassen Wiese hintern meinem Haus gelegen und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Ich habe etwas gedöst und meinem Mann beim Nähen zugehört. Sehr entspannend und unbeschreiblich heimelich. Ich liebe es, zu wissen, dass mein Geliebter nach meinem Nickerchen noch neben mir sitzen wird. Und ich höre ihm so gerne beim arbeiten zu. Es hat etwas beruhigendes.
Nach dem es draussen zu kalt geworden ist, haben wir uns in meine vier Wände zurückgezogen und sind verbindliche Angelegenheiten durchgegangen. Ich liebe seine fesselnde Art (und schlechtenWortwitz)
Nun sehen wir gemütlich Gladiator, also er sieht Gladiator, ich besabber nur meine Bettdecke beim Anblick von Russel Crowe. Morgen werd ich ihm zum Bummeln und Eis-Schlecken zwingen, und um 8 sehen wir uns dann Prince of Persia an. Ich liebe ihn.
P.S.: Am Sonntag bekommt er, vor der Abreise, seinen zweiten Hinweis, zu der großen Überraschung