Fortschritt Dank Disziplin

Ich war heute eine ganz brave kleine Sub und mal wieder richtig fleissig. Ich bin schon um 7 Uhr aus den Federn gekrabbelt, um produktiv zu sein. Zuerst war ich bei Aldi jagen (das Essen ist zwar schon tot, aber die Leute klauen einem den Toast sogar aus dem Einkaufswagen) und dann in der Stadt zu meinem Nähladen des Vertrauens. Dort habe ich Nähgarn für meine Mittelaltergewandung gekauft und dabei noch einen tollen Knopf ( für 1,02€ – kein Witz) gefunden.

Danach hab ich die 19m Leinen endlich aus ihrem Papp-Gefängnis befreit und gewaschen. Ich wusste gar nicht, dass Leinen so sehr fusselt. Der Fusselsieb des Wäschetrockners war danach übervoll. Ich Spielkind habe versucht die Fussel zu verfilzen – hat geklappt ist aber zu dünn geworden, um damit zu basteln.

Dann habe ich mich Dingen zugewandt, die etwas vielversprechender waren, zum Beispiel meinem Gugel. Da habe ich die Kapuze noch mal eine Nummer kleiner genäht. Für einen ersten Verusch ohne Schnitt sieht er recht akzeptabel aus, auch wenn ich in Zukunft die Authentizität, Authentizität sein lasse und vom Fortschritt der Moderne (Burda ich liebe dich) gebrauch mache. 
Danach habe ich mich um ein Kleid von H&M gekümmert. Ich habe es letztes Jahr für 25 Euro erworben. Es sollte bodenlang sein, aber mit flachen Schuhen tragbar. Ich bin mit 12cm HighHeels noch auf dem Saum rumgestiegen. Ich bin mit 165cm zwar nicht sehr klein, aber zu klein für bodenlange Kleider. Und mit Heels wirkte das Kleid zu edel, um “nur” zum Shoppen oder Spazierengehen getragen zu werden. Nicht das Heels zum Spazierengehen nicht eh furchtbar unpraktisch sind. Zu dem hatte das Kleid einen sehr hässlichen Neckholder-Verschluß, der aus zwei Bändern bestand, die eher an einen Bikini erinnerten, als an ein Kleid. Ich habe das Kleid nur ein einziges Mal getragen, dabei finde ich den Stoff umwerfend. Damit es nicht im Altkleider-Container landet musste etwas gemacht werden. Das war meine fixe Idee.
Ich habe das Kleid gekürzt. Jetzt geht es mir bis zur Hälfte der Wade. Den übrigen Stoff habe ich in 4cm breite Träger verwandelt, die im Gegensatz zu den Neckholdern, auch einen BH verdecken. Sieht nicht so billig aus. BH-Träger zeigen ist in Ordnung, wenn man sich mal wie eine Prostituierte fühlen will, oder wenn man 13 Jahre alt ist, und versucht erwachsen zu sein. Als Finish habe ich feste weiße Spitze (auch heute erst erworben) am Saum und am Ausschnitt befestigt. Ich finde, das lockert das Kleid etwas auf. Macht es mädchenhafter.

Ich dachte eigentlich, das Umnähen des Kleides würde mich maximal eine Stunde kosten. Leider habe ich das Material unterschätzt. Das Polyester ist für ungeübte Näherinnen eine reine Qual. Es rutscht und fusselt, als könnte es damit die Klimaerwärmung stoppen. Mit so viel Gegenwehr habe ich 4 Stunden für das Kleid gebraucht. Alles was liegen geblieben ist, kommt dann eben Morgen dran. Auf dem Plan stehen die Vollendung des Capes (endlich!), das Basteln meines Schellenbandes und das Übertragen der Kleiderschnitte. Mir rennt die Zeit davon….
  
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Veröffentlicht am 26. Juni 2010.

Kategorie: Kreativecke

Ein Gedanke zu “Fortschritt Dank Disziplin

  1. Disziplin ist etwas wundervolles, ja? Und sich selbst dazu zu verleiten sehr produktiv – wenn man die innere Kraft hat das zu können.

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