Es ist Freitag, die Sonne scheint seit zwei Wochen mal wieder, es riecht nach frisch gemähten Gras und ein komplett freies Wochenende wartet auf mich – die Welt könnte fast nicht schöner sein.
Getoppt wird das ganze nur noch von viel, sehr viel Kopfkino.
Zum Einen hatte ich mit zwei sehr schuckeligen, leckeren (Mensch schmeckt wie Hühnchen) Menschen, ein verheißungsvolles Gespräch über Spiel, Spaß und Spannung (hierzu ein andermal mehr) und zum Anderen eine hitzige Diskussion mit viel Gebettel, das mir 30 Minuspunkte auf meiner “Brav-Sein-Liste” eingebracht hat, mit meinem Schatz über ein kleines aber feines (und gemeines) Spielzeug namens Lob und Tadel.
Eigentlich war/bin ich ja nicht so der Fan von Electroplay. Aber eine der wichtigsten Lektion in Sachen BDSM ist für mich “sag niemals nie“, immerhin bin ich zu meinem Perversenverein gestoßen mit Interesse an “so a bissl Fesseln”. Heute reizen mich Dinge, die manche vielleicht als krank beschreiben würden.
Auf E-Play bin ich durch meinen Partner gestoßen, der ein reges Interesse an Strom und Elektronik hegt (auch ausserhalb des BDSM). Anfang Mai besuchten wir zusammen die Boundcon und fanden dort den Verkaufsstand dieser niedlichen Spielsachen (sie vertreiben auch Plugs die Leuchten wie Taschenlampen – dir scheint auch die Sonne aus dem Arsch). Die ersten zwei Runden durch die Messehalle konnte ich ihn noch daran vorbeizerren, trotz seiner Interessensbekundung daran. Bei der dritten Runde wollte er, dann aber doch einmal zusehen wie vielseitig die Mimik eines Menschen werden kann, wenn man ihn mit kleinen Stromstössen foltert.
Völlig wehrlos – mit den Armen auf den Rücken gefesselt – zeigte mir der “sportliche” Händler das, zugegebener Maßen wohlig vibrierende Vibro-Ei. Ich hoffe ich habe nicht so animiert geschaut, wie ich mcih in dem Moment gefühlt habe. Zufrieden mit dem Lob, folgte auch gleich der Tadel. Die ekelhaft kaltnassen Elektropads wurden auf meine Schulterblätter platziert und die Stromstärke auf “niedrig”. Dann zeigte der Händler meinem Schatz die Fernbedienung. Während die beiden Spielkinder eifrig an den Knöpfen drückten und drehten, drehte der Händler die Stromstärke höher und höher (damit ich auch was davon hab). Das Gefühl steigerte sich von “kurzes schmerzloses Zucken” über “leichtes kneifen aber angenehm” bis hin zu “au verdammt! hör auf mir ein Messer in den Rücken zu rammen”. Aber wie das ebenso ist mit zu viel Stolz, man bemüht sich um eine neutrale Mimik und macht gute Miene zum bösen Spiel.
Das konnten die Herren nicht auf sie sitzen lassen, Spaß beginnt ja erst da, wo Subbi winselt, bettelt und um Gnade fleht. Also wurde – schwuppsdiwupps – die Fernbedienung umgesteckt. Das erste Modell mit Knopf, welcher den Stromstoss auslöst, wurde gegen eine zweite Möglichkeit getauscht. Ein viel fieseres Modell, welches die Folter über Bewegung der Fernbedienung steuert. Und um mir das Vergnügen mal zu demonstrieren wurde eine imaginäre Partie Golf und Tennis gespielt. Statt Schläger gab es Schläge und statt einem Linienrichter mein Schmerzgefiepse. Unfein. Oder nicht?
Ich habe 1,5 Monate gebraucht um zu erkennen, dass es doch vielleicht sehr fein ist. So ein bisschen Spielen unter Vanillas, in der intoleranten Öffentlichkeit? Etwas Lob und Tadel?
Seit ein paar Tagen bekomme ich das Bild einfach nicht mehr aus dem Kopf, wie es wohl wäre auf einem Mittelaltermarkt so mit meinem Partner zu spielen. Eine surreale Umgebung für ein surreales Spiel. Schmerzen ohne Berührungen, sogar ohne den Peiniger sehen zu können. Ich finde die Vorstellung einfach sehr fesselnd. Umgeben von Menschen die besser nichts mitbekommen sollten und ein stechender Schmerz, der einen in die Knie zwingen kann. Ein Nervenkitzel ganz nach meinem Geschmack.
Wäre da nur nicht der gesalzene Preis…
hähä, ja so ne schöne Fernbedienung und e-Pads haben was
kann man wirklich sehr schön damit spielen… immer und überall
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Sehr schönes Spielzeug;) wäre auch etwas, um einen Abend unter Vanillas bzw auf einer Party sehr schön zum beobachten.
Oh ja – und die meisten Vanillas bemerken nicht einmal das Zusammenzucken sondern nur die liebliche Folgsamkeit des Opfers ^^